Museum Luther-Geburtshaus, Eisleben
Büro: Springer Architekten; Berlin   Bauherr: Stiftung Luther Gedenkstätte

Die seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2007 hochgelobte und vielbeachtete architektonische Lösung einer komplizierten und komplexen Bauaufgabe zieht ihre Bedeutung nicht nur aus der Qualität der Ausführung, die zweifellos gegeben ist, sondern auch daraus, dass sie als gelungenes Beispiel für den Umgang mit städtebaulichen Problemen, die sich aufgrund der zu verzeichnenden Schrumpfungsprozesse im urbanen Raum nahezu überall auftreten.
Sie ist ein exzellentes Beispiel für einen sensiblen und respektvollen Umgang mit gewachsener  Architektur und städtebaulichen Räumen, die den Anforderungen der Jetztzeit nicht mehr entsprechen und der Fortschreibung bedürfen.
Ohne die symbolhaft überhöhte Bedeutung der ursprünglichen Solitäre, das Luthergeburtshaus und die Lutherarmenschule, zu schmälern, ist es gelungen, sie in ein neues Gebäudeensemble zu integrieren, dass funktional und ästhetisch als Einheit erlebt und genutzt werden kann.

Die neuen Gebäudeteile sprechen eine klare und selbstbewusste Sprache, nehmen jedoch in der Materialität , der Kubatur und der Konfiguration durchaus Bezug auf vorgefundene und sie umgebende gewachsene Strukturen und Eigenheiten des Quartiers.
Dies ist um so wichtiger, als gerade Eisleben durch Leerstand, Vernachlässigung und Verfall, begünstigt durch die schwierige wirtschaftliche Situation, zunehmende Migration und Überalterung erhebliche Schwierigkeiten hat, den Stadtkern wieder zu einem Ort lebenswerter Urbanität zu machen. Dies kann nur gelingen, wenn die gewachsene Tradition nicht aufgegeben sondern aufgenommen und weitergeschrieben wird.
Das nunmehr um das Luthergeburtshaus entstandene Ensemble ist ein gelungenes Beispiel städtebaulicher Konsolidierung. Es optimiert Funktionen, es bindet ein, es nimmt Bezug und setzt selbstbewusst fort.




 
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